VITA ENAMIC – CAD/CAM-Hybridkeramik für minimalinvasive Versorgungen

Computergestützte Chairside-Behandlungen haben in meiner Zahnarztpraxis eine hohe Bedeutung. Die Hybridkeramik VITA ENAMIC (VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen, Deutschland) ist dabei seit der Markteinführung vor über drei Jahren mein erklärtes Lieblingsmaterial. Das Werkstoffkonzept hat mich sofort überzeugt: Ein dominierendes keramisches Netzwerk, das durch ein Polymernetzwerk verstärkt wird. Hierdurch verfügt die Hybridkeramik gleichzeitig über eine hohe Elastizität und eine hohe Belastbarkeit. Im folgenden Fallbericht wird eine Inlay-Versorgung mit diesem Werkstoff vorgestellt.

Ausgangssituation

Bei dem Patienten lagen in Regio 36 und 37 insuffiziente Amalgamfüllungen mit Rissen und Sekundärkaries vor (Abb. 1). Nach der Beratung entschied sich der Patient für eine keramische Versorgung mittels CEREC-Verfahren (Sirona Dental, Wals, Österreich). Die Materialwahl fiel auf VITA ENAMIC. Es bietet die erforderliche Belastbarkeit und Zuverlässigkeit für den kaulasttragenden Seitenzahnbereich und lässt sich dank seiner Elastizität sehr dünn ausschleifen. Dadurch kann substanzschonender als bei Verwendung traditioneller CAD/CAM-Keramiken präpariert und möglichst viel der gesunden Zahnsubstanz erhalten werden (Abb. 2).

Behandlungsablauf

Die Konstruktion der neuen Restaurationen erfolgte mit der CEREC 3D Software in der Version 4.4 (Abb. 3 und 4). Hergestellt wurden die Inlays mit der Schleifmaschine Sirona inLab MC XL (Sirona Dental) aus VITA ENAMIC HT-Rohlingen (HT=High Translucent) in der Farbe 1M2. Bei der Farbbestimmung setzen wir auf die Kombination der Farbskala VITA Linearguide 3D-MASTER mit dem digitalen Farbmessgerät VITA Easyshade V. Nach dem Entfernen der Schleifzapfen wurden die Restaurationen zur Überprüfung der Passform sowie der Approximal- und Okklusalkontakte einprobiert. Für die Ausarbeitung empfehlen sich ausschließlich sehr feine diamantierte Schleifwerkzeuge und Polierer. Es dürfen keinerlei Hartmetall-Instrumente verwendet werden. Die Restaurationen konnten direkt unter Kofferdam mit einem Mehrflaschen-Adhäsiv und aufgewärmtem Füllungskomposit befestigt werden (Abb. 5). Vom Hersteller wird ein eigens für die Vor- und Hochglanzpolitur von VITA ENAMIC entwickeltes Polishing Set (VITA ENAMIC Polishing Set, VITA Zahnfabrik) angeboten.

Ergebnis

Was wünschen sich Patienten von der zahnärztlichen Behandlung? Schnell und substanzschonend soll versorgt werden, die Zahnversorgung darf final  nicht als solche erkennbar sein. Und ja, für viele Patienten ist das auch ein Thema, es soll nicht zu viel kosten. Rekonstruktionen mit der Hybridkeramik VITA ENAMIC sind da die ideale Lösung. In Kombination mit dem CAD/CAM-Verfahren ist dies nicht nur medizinisch, sondern auch ökonomisch ein sinnvoller Weg. Denn Behandler und Patienten sparen Zeit und Kosten,  natürliche Zahnsubstanz wird erhalten.

Für minimalinvasive Hybridkeramikversorgungen sind nach meiner Erfahrung Wandstärken von okklusal <1 mm möglich und Restaurationsränder können manuell quasi auf 0 mm ausgeschliffen werden. Vom Hersteller freigegeben ist der Werkstoff, z.B. bei Kronenversorgungen, für eine Mindestwandstärke von okklusal 1,0 mm und approximal 0,8 mm. VITA ENAMIC ist somit die erste minimalinvasive CAD/CAM-Hybridkeramik. Und sie lässt sich zudem CAD/CAM-technisch einfacher und schneller als viele traditionelle Keramiken verarbeiten. Der Gesamtzeitaufwand für die hier vorgestellte Behandlung hat insgesamt nicht einmal zwei Stunden betragen. Und die Restaurationen integrieren sich farblich hervorragend in die umgebende natürliche Zahnsubstanz (Abb. 6). Der Patient war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

"VITA ENAMIC ist die erste minimalinvasive CAD/CAM-Hybridkeramik."
Dr. Alessandro Devigus (Bülach, Schweiz)
Abb. 1 Ausgangssituation in Regio 36 und 37.
Abb. 1 Ausgangssituation in Regio 36 und 37.
Abb. 2 Substanzschonende Präparation.
Abb. 2 Substanzschonende Präparation.
Abb. 3 Festlegen der Präparationsgrenzen für die Konstruktion.
Abb. 3 Festlegen der Präparationsgrenzen für die Konstruktion.
Abb. 4 Fertiggestelltes Restaurationsdesign.
Abb. 4 Fertiggestelltes Restaurationsdesign.
Abb. 5 Adhäsive Eingliederung der Inlays unter Kofferdam.
Abb. 5 Adhäsive Eingliederung der Inlays unter Kofferdam.
Abb. 6 Endergebnis in situ.
Abb. 6 Endergebnis in situ.

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