Veneer aus VITA ENAMIC überzeugt dank natürlicher Farbwirkung

Hohe ästhetische Ansprüche erfüllen und gleichzeitig substanzschonend präparieren – das ist die Herausforderung, die es bei Veneers zu meistern gilt. Über viele Jahre hinweg waren traditionelle Glaskeramiken für diese Indikation die Materialien der Wahl. Seit der Verfügbarkeit von VITA ENAMIC – einer Hybridkeramik mit Dual-Netzwerkstruktur – setze ich bevorzugt auf diesen innovativen Werkstoff.

Patientenfall

Der 28-jährige Patient stellte sich mit einer insuffizienten vollkeramischen Versorgung an Zahn 21 in unserer Praxis in Langen vor (Abb. 1). Ein insuffizienter Restaurationsrand hatte bereits zu einer marginalen Gingivitis geführt. Außerdem war der Patient mit Form und Farbe der Restauration unzufrieden und wünschte sich eine unauffälligere Versorgung, die besser zur Form des Nachbarzahnes 11 passt. Es wurde entschieden, das bestehende Veneer zu entfernen und die Neuversorgung aus der Hybridkeramik VITA ENAMIC (VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen, Deutschland) herzustellen.

Vorbereitungen

Die Farbbestimmung erfolgte mit dem Farbmessgerät VITA Easyshade Advance 4.0 (VITA Zahnfabrik, Bad Säckingen, Deutschland). Gewählt wurde ein VITA ENAMIC Rohling in der Farbe 1M1-HT. VITA ENAMIC wird in den Transluzenzstufen HT (= high translucent) sowie T (= translucent) und jeweils in den fünf VITA SYSTEM 3D-MASTER Farben 0M1, 1M1, 1M2, 2M2 und 3M2 angeboten. Bei Veneers empfiehlt der Hersteller die HT-Variante des Materials zu verwenden.

Im weiteren Behandlungsablauf folgten die Entfernung der vorhandenen Restauration und die Exkavation der Karies am vestibulären Rand (Abb. 2). Danach wurde die optische Abformung mit der CEREC Omnicam von Sirona durchgeführt.

Virtuelle Konstruktion

Das virtuelle, dreidimensionale Modell wurde in die CEREC SW V 4.2 (Sirona Dental GmbH, Wals, Österreich) importiert und getrimmt (Abb. 3). Anschließend wurde der Präparationsrand an Zahn 21 definiert (Abb. 4). Um die Form von Zahn 11 wie gewünscht auf den zu versorgenden Zahn zu übertragen, wurde die Kopierlinie eingezeichnet und eine Spiegelung vorgenommen (Abb. 5). Auf Basis der gewonnenen Daten erstellte die Software automatisch einen Konstruktionsvorschlag (Abb. 6 und 7). Dieser wurde geringfügig im Randbereich bearbeitet, bevor die virtuelle Positionierung im ausgewählten Rohling (Blockgeometrie EM-14 mit dem Abmessungen 12 x 14 x 18 mm) erfolgte (Abb. 8).

Fertigung

Nachfolgend wurde das Veneer aus VITA ENAMIC mit der Schleifeinheit CEREC MC XL Premium mit normaler Geschwindigkeit ausgeschliffen. Nach Herstellerangaben, ist es bei VITA ENAMIC auch möglich, den Schnellschleifmodus zu wählen. Aufgrund der speziellen Struktur aus einem Keramik- und einem Polymer-Netzwerk ist das Material mit geringerem Verschleiß der Schleifwerkzeuge zu bearbeiten, als bei anderen CAD/CAM-Keramiken. Zu den weiteren Vorteilen gehört, dass sich der Werkstoff insbesondere im Randbereich dünner ausschleifen lässt und dabei keinerlei Randausbrüche auftreten. Dies führt zu einem geringeren Aufwand bei der Ausarbeitung.

Ausarbeitung und Eingliederung

Nach der Entfernung des Ansatzzapfens erfolgte die Einprobe des Veneers im Patientenmund (Abb. 9). Für das Einbringen einer Oberflächentextur kam das VITA ENAMIC Polishing Set clinical zum Einsatz. Um den Nachbarzahn zu imitieren, wurden lediglich die Schneidekante und die Oberfläche ein wenig unregelmäßiger gestaltet. Danach wurde auf Hochglanz poliert. Eine Glasur mit lichthärtenden Malfarben ist möglich, während ein Brennen - das zum Beispiel bei der Glaskeramik erforderlich ist - bei VITA ENAMIC vollständig entfällt.

Der Patient war aufgrund der natürlichen Farbwirkung des Veneers aus Hybridkeramik sofort begeistert. Abbildung 10 zeigt das Ergebnis. Die natürliche Transluzenz im Bereich der Schneidekante war erzielbar, weil sich das Material sehr dünn ausschleifen lässt. Im Randbereich ist die Wandstärke auf bis zu 0,2 mm reduzierbar. Vor der definitiven Befestigung wurde die Farbwirkung mittels Try-In Pasten des Befestigungssystems Variolink Veneer (Ivoclar Vivadent, Schaan, Lichtenstein) bewertet. Die Eingliederung erfolgte mit Variolink Veneer in der Farbe HV+1 unter relativer Trockenlegung.

Für den täglichen Einsatz

In unserer Praxis hat sich VITA ENAMIC als innovativer Werkstoff bewährt. Er kommt häufig anstelle von Silikat- und Oxidkeramiken zum Einsatz. Dies liegt zum einen an der effizienten Verarbeitung. Zum anderen kann das Hybridmaterial sehr dünn ausgeschliffen werden. Das ermöglicht uns  substanzschonend bei der Präparation vorzugehen und damit unsere Philosophie zur Erhaltung von möglichst viel gesunder Zahnsubstanz umzusetzen. Zudem berichten viele Patienten von einem angenehmen, zahnähnlichen Gefühl der Versorgung im Mund.

Dr. Bernhild-Elke Stamnitz (Langen, Deutschland)
"In unserer Praxis hat sich VITA ENAMIC als innovativer Werkstoff bewährt."
Dr. Bernhild-Elke Stamnitz (Langen, Deutschland)
Dr. Bernhild-Elke Stamnitz (Langen, Deutschland)
Abb. 1: Ausgangssituation
Abb. 1: Ausgangssituation
Abb. 2: Zahn 21 nach Entfernung der bestehenden Versorgung und Exkavation der Karies.
Abb. 2: Zahn 21 nach Entfernung der bestehenden Versorgung und Exkavation der Karies.
Abb. 3: Mit der CEREC Omnicam generiertes digitales Modell des Oberkiefers in der CEREC SW V4.2.
Abb. 4: Einzeichnen der Präparationsgrenze.
Abb. 3: Mit der CEREC Omnicam generiertes digitales Modell des Oberkiefers in der CEREC SW V4.2.
Abb. 4: Einzeichnen der Präparationsgrenze.
Abb. 5: Spiegelung des Zahnes 11.
Abb. 6: Konstruktionsvorschlag der Software.
Abb. 5: Spiegelung des Zahnes 11.
Abb. 6: Konstruktionsvorschlag der Software.
Abb. 7: Fertiggestellte Konstruktion des Veneers.
Abb. 8: Positionierung im virtuellen Rohling.
Abb. 7: Fertiggestellte Konstruktion des Veneers.
Abb. 8: Positionierung im virtuellen Rohling.
Abb. 9: Einprobe im Patientenmund.
Abb. 9: Einprobe im Patientenmund.
Abb. 10: Endergebnis mit natürlicher Farbwirkung im Patientenmund.
Abb. 10: Endergebnis mit natürlicher Farbwirkung im Patientenmund.

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